Es war ruhig an diesem Nachmittag, an diesem 5. Spieltagssonntag. Hannover hatte gerade in Bremen einen Auswärtspunkt ergaunert und ich überlegte, was denn so das wesentliche Thema bei Montagsausgabe in der „Wurst“ werden könnte. Natürlich schon wieder dieser FC Bayern und Wurst-Uli, aber die waren mir gestern bei der Siegesfeier über diesen bedauernswerten und konditionsschwachen Dortmunder dermaßen auf den Zeiger gegangen (Ja, ich hasse Weißbierduschen für Trainer am Samstagabend in vollen Kneipen!), dass ich sie schlichtweg ignorieren werde.
Die Jungs von Ausfahrt 6 könnten ein Thema sein: Liquiditätsprobleme, Autoritätsprobleme trotz Felix M., Herr Rafinha (mal wieder), der FanStreit. Das sollte doch für einen gehässigen Kommentar reichen...
„Tooooooor, Toooooooooor!“ Zwergi kam jubelnd in den Schankraum gelaufen und riss mich aus diesen Gedanken und ganz nebenbei den Rensing aus dem Frühschoppen-war-zu-heftig-Thekenschlaf.
„Tooooooooooooooooooor für Köln!“
Peng, das saß.
Tor für Köln. Und das wurde bejubelt. Von meinem eigen Fleisch und Blut. Auch wenn es erst 8 Jahre alt ist. Das geht nicht und führt zu Taschengeldentzug und Nintendosperre. Gut, das Guildo nicht da war, der hätte doch glatt mitgejubelt. Nicht das er für Köln wäre, aber gegen Schalke reißt der doch bei jedem Arsch, was denen einen einschenken tut, die Arme hoch und grinst dümmlich.
Das ist auch der Grund, warum er heute nicht inner Kneipe ist. Denn was den Dortmundern die Schalker, das sind uns Gladbachern die Kölner! Und wenn die spielen, dann bleibt bei mir der Fernseher aus. Und wenn die Kneipe dann bis auf den Rensing leer ist, dann ist sie halt leer. Außer beim Derby. Also unserem.
Schalke hat dann doch noch gewonnen, was mich ja auch nicht richtig freut, aber das Köln verloren hat, das ist so ein Empfinden wie - sagen wir einmal – der erste Schluck Bier an einem lauen Sommerabend hier bei mir im Biergarten.
„Hoch die Tassen!“ Endlich mal was konstruktives vom Rensing.
Ich zapfe an...
Auswärtswursttechnisch 14:13 Tore mit 13 Punkten.